Ja, tatsächlich: Kletter-Aktionen gegen Knast am Dom und in einem JVA-Hof
Heute, am 23.11. 2015 war was los, was wir leider erst nachträglich bemerkt haben.
Schaut bitte auf die Website von ABC Rhineland!
https://abcrhineland.blackblogs.org/
Montag, 23. November 2015
Montag, 20. Juli 2015
Subjektiver Eindruck zur Veranstaltung
„Ein
Jahr Gefangengewerkschaft - eine Zwischenbilanz“ ,
so die Einladung der Kölner
Solidaritätsgruppe. Oliver Rast (Mitbegründer) aus Berlin
berichtete, was sich getan hatte.
Etwa 20 Personen fanden sich an diesem
Freitagabend im Juni im SSK- Salierring ein, um zu hören, was da so
los ist bei der GG/BO, und warum es sie überhaupt gibt.
Ein breites Spektrum fand sich ein! Aus
Teilen der Kölner sozialen und politischen Bewegungen,
Basisgewerkschaft und Verdi, ein Vertreter der Piraten neben einer
Vertreterin einer staatlich geförderten Straffälligenhilfe. Eine
heterogene Ansammlung von Interessierten. Was grundsätzlich positiv
ist.
Vielfalt versus Einheitsbrei!
Aus dem Vortrag, den O.R. hielt, lassen
sich folgende Ziele, Erfolge, Absichten und Hindernisse der GG/BO
erkennen:
Die Ziele:
- Eine Gefangengewerkschaft muss sein, weil prekäre Arbeitsverhältnisse auch hinter Gittern an der Tagesordnung sind - u.a. Akkordarbeit.
- In der Startphase wurde zunächst die Einbeziehung in die Rentenversicherung gefordert, mittlerweile steht die gesamte Einbeziehung in die Sozialversicherung auf der Agenda. Sinnvoll, richtig und wichtig!
- Mindestlohn auch für inhaftierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Da keine konkreten Ausschlusskriterien vom Gesetzgeber gegeben sind, setzt die GG/BO hier an.
- Ein weiteres Ziel ist es, die volle Gewerkschaftsfreiheit auch hinter Gittern zu erreichen.
- Versammlungsfreiheit innerhalb der Knastmauern, auch mit Unterstützerinnen und Unterstützern von außen.
Was wurde bisher erreicht? Ein hoher Organisationsgrad !
- In 45 Knästen sind derzeit ca. 600 Personen bei der GG/BO gemeldet, wobei der Anteil der Frauen wächst, ebenso die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen.
- Ein breites mediales Interesse an der Thematik“ Arbeit hinter Gittern“.
Was ist derzeit konkret
in Arbeit ?
Beabsichtigt ist es, in naher Zukunft
einen Aktionstag zur Billiglöhnerei im Knast durchzuführen. Derzeit
wird von der GG/BO hierzu eine Mitgliederbefragung durchgeführt, die
Auskunft liefern soll, wer produzieren lässt (neben den Anstalten
selbst, den Ministerien, Ford und Miele). Wie schaut es mit dem
Arbeitsschutz aus?
Wird die Arbeit der
GG/BO von Seiten der JVA-Leitungen behindert?
Ja! Zellenrazzien, Unterschlagung der
GG/BO-Post an ihre Mitglieder, schlechte Stimmungsmache gegen die
GG/BO gegenüber Nichtmitgliedern. Aber die GG/BO wehrt sich! Es
laufen Verfahren gegen die rechtswidrigen Attacken der JVAs, die
selbige gegenüber Gewerkschaftsmitgliedern flächendeckend
anzettelt.
Welche Absichten
verfolgt die GG/ BO, was ist O.R. besonders wichtig?
Zunächst mit kleinen Schritten
anfangen, dann weitere Ziele entwickeln. Gemeinsam entwickeln, nicht
vorschreiben, dies hat bei den Gründern der GG/BO Bedeutung. Die
GG/BO ist für viele Inhaftierte greifbar, eben wegen der
Kampfbaustelle ARBEIT HINTER GITTERN. Davon ist die Mehrheit
betroffen. Aus seiner eigenen politischen Biographie weiß er,dass
radikale Forderungen oftmals in Sackgassen enden. Daher scheint -
gemessen an der derzeitigen Situation der GG/BO und der kritischen
Bewegungen allgemein - pragmatisches Vorgehen realistisch zu sein.
Dennoch: Solidarität, Emanzipation und
Autonomie sollen auch hinter Knastmauern erkämpft werden, spürbar
und lebendig sein.
Ein hochgestecktes Ziel, was schon
außerhalb eines Knastes - besonders in der heutigen Zeit - schwer
erreichbar ist.
Daher ist eine breite Basis von außen
wichtig, um der Knastgewerkschaft Raum zur Handlungsfähigkeit und
zur Entfaltung zu geben.
Wie wurde die
Berichterstattung aufgenommen, wie verlief die Diskussion?
Zügig konnte O.R. seinen Beitrag nicht
durchziehen. Schon bald gab es Einwürfe.
So mischten sich sein Vortrag mit
Fragen aus dem Kreis der Anwesenden und Diskussionsbeiträgen
Bisweilen anregend, streckenweise
nervig.
Um es vorweg zu nehmen: Es gab positive
Stimmen. Aber auch Kritisches blieb zurück, was leider nicht mehr
diskutiert wurde, weil O.R. recht abrupt das Ende der Veranstaltung
einläutete.
Nun, die Option ohne O.R. weiter zu
diskutieren war gegeben. Wurde aber nicht genutzt!
Fragen, Feststellungen
und Forderungen des Abends:
Wie ist das mit der Bezahlung?
Verdeutlicht wurde
von O.R:, dass es sich bei der Knastarbeit um vollwertige Arbeit
handelt und nicht um eine Form der Beschäftigungstherapie. Ein
Taschengeld von maximal 15 Euro täglich, damit schlicht
unakzeptabel ist.
Die soziale
Komponente der Arbeit im Knast wurde ebenfalls angesprochen, als
Mittel der Abwechselung und wegen des Kontakts zu anderen. Nicht
unerheblich! Ein Diskussionsteilnehmer wusste, wie wichtig dies ist:
Er hatte an dem Projekt „Mauerfall“ mitgearbeitet, kennt die
Geschichten der Inhaftierten.
Es wurde auch
gefragt, wie es mit der Privatisierung von JVA's ausschaut. Dazu
konnte O.R. anmerken: Ja, die Entwicklung sei erkennbar, aber er
könne noch keine eindeutige Aussage treffen, wie die Auswirkungen
drinnen sind.
„Warum ist ein
Ex-Gefangener Sprecher der gesamten Organisation?“, so eine
weitere Frage.
„Weil es unter
den gegeben Umständen praktikabel ist und die GG/BO auch Mitglieder
draußen hat“, so die Antwort. Als Verbindungsglied, als Sprachrohr
zu verstehen, nicht als „Führer“der GG/BO.
Trotz der
grundsätzlichen Kritik an Hartz IV wurde genau diese
„Leistung“ von einem Anwesenden gefordert. Denn auch hinter
Gittern gibt es nicht für alle Arbeit – Arbeitspflicht hin und
her! Daher die Forderung. Würde sich dies, neben den andere
Forderungen, durchsetzen, wären die Konsequenzen: freie Arztwahl, da
krankenversichert, Ausfallzeiten bei der Rente würden angerechnet,
Geld für den persönlichen Bedarf wäre da. Vermutlich
Zukunftsmusik, aber durchaus diskussionswürdig!
Das Konzept
Gewerkschaft wurde von einem Anwesenden grundsätzlich in Frage
gestellt, da es als falscher Ansatz von Widerstand angesehen wird,
eben zu reformistisch sei.
Dies waren die
Kernpunkte, an denen sich die Diskussion bisweilen lebendig und
kontrovers rieb.
Dann gab es aber
auch Diskussionsbeiträge, die den Charakter hatten - knapp daneben,
ist auch vorbei! Schade eigentlich! Aber ich, als eine aus der Kölner
Unterstützungsgruppe, hatte mir eine anregende Diskussion gewünscht.
Da muss ich halt auch dies akzeptieren, oder es halt stoppen. War
halt insofern lästig, da es ein Zeitfresser war.
Was an dem Abend auf
der Strecke blieb
Wie ist das mit
dem Mitgliederstatus? Gibt es die Vollmitgliedschaft ausschließlich
für die Inhaftierten?Wie sieht die Mitgliedschaft für Ehemalige
aus?
Ist eine
Fördermitgliedschaft für die Unterstützer und Unterstützerinnen
von außen sinnvoll?
Wie viel darf aus
dem Kreis der Unterstützerinnen und Unterstützer eingewirkt werden?
Besteht die
Gefahr, dass störende Kräfte von außen auf die GG/BO Einfluss
nehmen?
Auch in der Kölner
Gruppe sind Fragen offen, Kritik und Bedenken bestehen: Wie viel
Zentralismus steckt in der GG/BO? Ein autoritärer Stil scheint für
einige erkennbar zu sein. Der Umgang mit den Massenmedien – zu
populistisch? Mangelnde Transparenz! So einige Bedenken. Mehrmals die
Kritik „zu reformistisch, zu liberal“! Punkte, die nicht von
allen in der Kölner Gruppe so gesehen werden, aber diskutiert werden
sollten und müssen - auch mit der GG/BO.
Mein persönliches Fazit:
Ich neige zu
vorsichtigem Optimismus, was die Zukunft der GG/BO angeht. Ich kann
die Vorwürfe nicht so richtig teilen.
Führungsanspruch
und mangelnde Transparenz?
Ich sehe die
begrenzten Handlungsmöglichkeiten der GG/BO. Hier ist nun mal der
Aktionsrahmen begrenzt. Nach Feierabend mal eben ins Bezirksbüro der
jeweiligen Gewerkschaft? Is nicht! Mal eben unter den GG/BOlern eine
Versammlung einberufen? Zur Zeit wohl noch nicht greifbar! Realität
ist: Zensur und Zellenrazzien !
Populistischer
Umgang mit den Massenmedien? Damit ist doch die Grauzone ,Arbeitswelt
hinter Gittern' in die Öffentlichkeit getragen worden, findet
Beachtung, auch jenseits von dumpfen Stammtischparolen. Richtig,
wichtig und gut!
Ich teile auch die
Strategie, mit einem großen Bündnis von Unterstützerinnen und
Unterstützern zusammen zu arbeiten. Solange Schnittmengen und Ziele
vereinbar sind.
Diesen
Pragmatismus gönne ich mir, ohne mich dabei verbiegen zu müssen!
Ich habe auch persönlich die Erfahrung gemacht, wie unproduktiv
linke Sackgassenpolitik sein kann. Eine Politik, die sich oftmals nur
in einem elitären Ghetto abspielt. Ein elitäres Ghetto, in dem die
Selbstbeweihräucherung wunderbar blüht und gedeiht, ebenso das
Selbstmitleid und das Märtyrertum. Wie borniert! Raus aus dem
Ghetto! So mein Mottto trotz Differenzen, da sein mögen/sind. Ohne
Bündnispartner von außen sehe ich für die GG/BO erhebliche,
zusätzliche und überflüssige Schwierigkeiten. Gewerkschaftsarbeit
ist draußen schon schwierig (Gewerkschaftsfeindlichkeit,
Arbeitsunrecht u.ä. ), aber hinter Knastmauern gibt ’s halt noch
ein Schäufelchen oben drauf. Schikanen und Willkür hinter Gittern
und einiges mehr. Die GG/BO hat auch weiterhin meine Unterstützung
.
Eine
Gewerkschaftsversammlung - bald auch im Knast! Mit Unterstützerinnen
und Unterstützern von außen? Na, schauen wir mal...
Wie hat O.R. die Veranstaltung
gefunden?
Er war wohl ganz
zufrieden ! Nun, da kannte er auch noch nicht die Kritikpunkte!
Schätze aber, er weiß die Kritik zu nehmen.
M.P.
Samstag, 13. Juni 2015
Veranstaltung im Juni:
Ein Jahr Gefangengewerkschaft/
Der Abend soll sich u.a. mit den folgenden Aspekten befassen:
Wie alles anfing und warum
Von der Anfangseuphorie und den Erfolgen
Von Hindernissen und Misserfolgen
Und vom Stand der Dinge jetzt
Oliver Rast (Mitbegründer aus Berlin) wird berichten.
Wir, der Solidaritätskreis Köln der GG/BO, laden ein !
Ihr könnt fragen, Vorschläge machen, ermutigen,
kritisieren, diskutieren, wenn Ihr dabei seid ...
Wann? Freitag, 19.06. 2015
um 19:00 Uhr
Wo? SSK, Salierring 37, 50677 Köln
Wir freuen uns auf eine anregende Diskussion!
Und nach diesem Termin? Der GG-Solikreis trifft sich regelmäßig
am 3. Montag im Monat, 18 Uhr, in der Ludolf-Camphausenstr.36
Kontakte: ggsoli-koeln@riseup.net
und Zosamme e.V., Elsaßstr.34, 50677 Köln,
Tel: 0221 33 18 716
Gefangengewerkschaft/Bundesweite Organisation (GG/BO).
www.gefangengewerkschaft.de, info@gefangengewerkschaft.de
Bundesweite Organisation (GG/BO)
Eine Zwischenbilanz
Der Abend soll sich u.a. mit den folgenden Aspekten befassen:
Wie alles anfing und warum
Von der Anfangseuphorie und den Erfolgen
Von Hindernissen und Misserfolgen
Und vom Stand der Dinge jetzt
Oliver Rast (Mitbegründer aus Berlin) wird berichten.
Wir, der Solidaritätskreis Köln der GG/BO, laden ein !
Ihr könnt fragen, Vorschläge machen, ermutigen,
kritisieren, diskutieren, wenn Ihr dabei seid ...
Wann? Freitag, 19.06. 2015
um 19:00 Uhr
Wo? SSK, Salierring 37, 50677 Köln
Wir freuen uns auf eine anregende Diskussion!
Und nach diesem Termin? Der GG-Solikreis trifft sich regelmäßig
am 3. Montag im Monat, 18 Uhr, in der Ludolf-Camphausenstr.36
Kontakte: ggsoli-koeln@riseup.net
und Zosamme e.V., Elsaßstr.34, 50677 Köln,
Tel: 0221 33 18 716
Gefangengewerkschaft/Bundesweite Organisation (GG/BO).
www.gefangengewerkschaft.de, info@gefangengewerkschaft.de
Dienstag, 5. Mai 2015
Solidarität am 1. Mai
Unterstützungsaktionen
für die Gefangenengewerkschaft (GG/BO)
![]() |
| unterwegs beim Libertären 1.Mai |
"Arbeitsteilung" gab es für den GG-Solikreis an diesem ersten Mai. Einige gingen mit Transparent und Redebeitrag zur Demo "Libertärer 1.Mai" (hat bisher keine Tradition in Köln, siehe http://allgemeinessyndikatkoeln.blogsport.de/2015/05/01/1-mai-libertaere-demo-in-koeln), andere mit einem Infostand zur Schlusskundgebung des DGB. Hier berichten wir über letzteres.
Als wir unseren Infostand für die DGB-Veranstaltung anmeldeten, hatten wir kaum positive Erwartungen. Wir haben ja schon mehrere vergebliche "Aufweckversuche" in Richtung DGB-Gewerkschaften hinter uns. Wir rechneten also mit massenweise Desinteresse und offener Ablehnung.
![]() |
| Werbung bei der DGB-Kundgebung |
Wir hatten eine Stellwand aufgebaut, auf der die Leute Unterstützungsunterschriften leisten oder auch kurze Kommentare anbringen konnten. 13 Leute haben auf einer Liste unterschrieben, dass sie den Aufbau der GG gut finden und unterstützen. Andere formulierten selbst was Ermutigendes. Insgesamt haben wir etwa mit 40 Leuten gesprochen.
Klar, das ist alles sehr bescheiden. Als Anti-Knast-Aktive sind wir es aber gewohnt, dass wir nicht „die Massen“ erreichen. Noch nicht mal innerhalb der sog. Radikalen Linken. 40 positiv gestimmte Leute ist für uns deshalb schon ein Erfolg. Wahrscheinlich hat es in anderen Städten grosse revolutionäre Aktionen gegeben. Deshalb beenden wir hier auch schon den Bericht von unserer Miniaktion. Wir werden einen langen Atem brauchen und viele mühsame Einzelgespräche führen müssen.
Einige aus dem
Solikreis Köln für die GG/BO
Samstag, 18. April 2015
Veranstaltung
Freiheitsziele und Knastwirklichkeiten
Libertäres Anti-Knast-Engagement
Tradition und heute
Mo. 20. April 2015, 19 Uhr
in der LC (Ludolf-Camphausen-Str.36)
Unser Beitrag Im Rahmen der Libertären Wochen in Köln
eine Veranstaltung unter vielen
(siehe: https://libertaerewochen.wordpress.com)
Mittwoch, 7. Januar 2015
Am Knast wird nicht gefeiert
Nachträgliches zur Silvester-Demo 2014
in der ach so liberalen Karnevalshochburg Köln
Abgebrochen haben wir die Anti-Knast-Demo vom 31.12.14 an der JVA K-Ossendorf, obwohl noch eine Kundgebung anstand. Abgebrochen, wie schon im vergangenen Jahr. In beiden Fällen gab es Stress mit der Polizei. In beiden Fällen entfiel damit die Kontaktaufnahme mit Gefangenen in den U-Haft-Häusern der JVA. Zumindest, soweit es den Einsatz von Lautsprechern, Musik und Redebeiträgen betrifft.
Zum Hintergrund:
Seit über 2 Jahrzehnten gibt es angemeldete Silvester-Demos oder -Kundgebungen in Köln. Meistens verliefen sie ohne jegliche Probleme mit der Polizei. 2013 wurde zum ersten Mal das Abfeuern von Silvesterraketen "aus der Versammlung heraus" verboten. Und das, obwohl in der Karnevalsstadt Köln auch Silvester heftig und mit allem möglichen Klamauk gefeiert wird. Zum Beispiel sind Rheinbrücken vollgestopft mit Menschen, die das offizielle Feuerwerk sehen wollen, aber auch eigene Raketen abfeuern. In diesen "Versammlungen" stehen die Massen viel dicht gedrängter als die kleine Gruppe von 150 bis 250 Menschen, die bereit sind, sich an diesem Abend mit Gefangenen zu solidarisieren und gegen das Knastsystem zu demonstrieren. Vor der Knastmauer ist in all den Jahren ist auch kein Unfall mit Feuerwerkskörpern passiert. Trotzdem, 2013 stand das o.g. Verbot für uns überraschend in der Genehmigung.Unser "Bündnis für Gesellschaft ohne Knäste" interpretierte das so, dass Demoteilnnehmer/innen halt etwas Abstand von den anderen nehmen sollten, z.B. eine Fahrbahnspur entfernt. So hatten wir es bei der Begrüßung auch den Versammelten verkündet. Doch dem Anmelder wurde sofort mitgeteilt, dass dies nicht die Interpretation der Polizei sei. Als dann während der Demo entlang der Knastmauer doch manche Raketen gezündet wurden, wurden wir mehrfach von der Polizei - die sich halt wie eine Horde von Kampfbullen verhielt - angehalten. Daraufhin wurden die Demoteilnehmer/innen von uns aufgefordert, ihre Raketen auf einem von Bäumen umgebenen Parkplatz etwas abseits der unbewohnten Straße abzufeuern. Aber das war wohl nur eine Ersatzbefriedigung für uns draußen. Denn die Gefangenen werden davon nichts mitbekommen haben. Dieser Ort ist zu weit entfernt vom nächstgelegenen Hafthaus. Und die in anderen Hafthäusern waren dabei sowieso außer Hör- und Sichtweite. Obwohl wir uns auf diese Notlösung eingelassen hatten, wurde uns auf dem Rückweg - die U-Haft-Häuser der Männer waren noch längst nicht erreicht - erneut der Weg versperrt. Angesichts solcher Kleinkrämerei und Willkür brachen wir damals mit Bedauern die Demo ab.
Solches sollte uns 2014 nicht wieder passieren. Wir wollten aber nicht gern auf Anmeldung verzichten, weil wir davon ausgingen, dass wir nur mit Verstärkern die Gefangenen erreichen können. Im alten Klingelpütz mitten in der Stadt war das noch anders. Da waren Sicht- und Rufkontakt möglich. Und das wurde das ganze Jahr über rege genutzt von Freund/inn/en und Familienmitgliedern der Gefangenen, sehr zum Missfallen der Knastbetreiber. Seit 1969 - mit der Inbetriebnahme des Neubaus in Ossendorf, relativ am Stadtrand - sorgte eine damals hochmoderne Isolationsarchitektur dafür, solches zu verhindern. Das ist deshalb auch ein ständiges Problem bei Solidaritätskundgebungen: Weitläufigkeit des Geländes, 18 Hafthäuser darauf verteilt, davon fast alle so niedrig, dass sie hinter der Mauer versteckt bleiben. Kein Rundgang direkt an der Mauer möglich, da dort schon Knast-Hoheitsbereich ist.. Ein "menschlicher Schutzwall" der Häuser drum herum wohnender Knastbediensteter bzw. unzugängliches Gelände in der Umgebung.
Vorbereitung für 2014:
Inhaltlich wollten wir im Demoaufruf und bei den Kundgebungen Solidarität mit der im Laufe des Jahres gegründeten Gefangenengewerkschaft GG/BO und Hinweise auf deren Existenz neben die langfristige Perspektive "Gesellschaft ohne Knäste" stellen. Denn die Selbstorganisation der Gefangenen gegen Arbeitsbedingungen und Spezialausbeutung "drinnen" erscheint uns im Hier und Jetzt als ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Dabei bedarf es der die Anerkennung dieser Etappenziele bei emanzipatorischen Kräften draußen - unter Druck und mit der Zeit dann auch bei den Betreiber/inne/n des Knastsystems. Klar, das kann auch zum bloßen Reformismus werden (wie in der deutschen Arbeiterbewegung nach dem 2. Weltkrieg). Aber in allem, was sich mit emanzipativen Zielen in Bewegung setzt, steckt die Chance von weiterer Politisierung und Befreiung. Und besondere Repression ermöglicht auch besondere Radikalisierungen.Die Organisation wird von Justiz und Politik derzeit nicht als verhandlungswürdige Gewerkschaft anerkannt. (Wen wundert das? Arbeit im Knast wird ja bewusst nicht als Lohnarbeit inszeniert. Gefangenen wird kein "Arbeitnehmerstatus" zuerkannt. Sie leisten zwecks Resozialisierung - haha! - Zwangsarbeit, die als "Arbeitspflicht" tituliert wird.)
In NRW wird die Ausbreitung der Gefangenengewerkschaft besonders offensichtlich behindert. In der JVA Willich gibt es vergleichsweise viele Mitglieder. Und der dortige Sprecher bemüht sich um Kontakte zu anderen NRW-Knästen. Doch rigide Zensurmaßnahmen entziehen dem Sprecher Informations- und Propagandamaterial, mit dem er schon gewonnene und noch zu gewinnende Mitglieder versorgen könnte. In Köln-Ossendorf dürfte deshalb trotz einiger Bemühungen die Gefangenengewerkschaft kaum bekannt sein. Dies wollten wir bei unseren Kundgebungs-Haltepunkten etwas überwinden.
Hinsichtlich des Formellen hatten wir uns trotz der schlechten Erfahrungen von 2013 vorbehaltlich für erneute Anmeldung entschieden (s.o.). Für 2014 haben wir aber ausdrücklich angegeben, dass Silvesterraketen - wie sie im ganzen Stadtbereich und im Land an diesem Tag gestattet sind - als Grüße an die Gefangenen eine der Ausdrucksformen unserer Solidarisierung sein sollen. Nach Eingang einer Reaktion wollten wir unser weiteres Vorgehen planen.
Eine erste Besprechung des Anmelders mit Zuständigen bei der Polizei zeigte deutlich den Mangel an Bereitschaft der Staatsgewalt-Täter, die Demo wie von uns vorgesehen zuzulassen. Man berief sich darauf, es sei Gesetzeslage, dass der Einsatz der Raketen "aus einer Versammlung heraus" verboten werden müsse. Auch an Silvester! Wir ersparen Euch hier die juristischen Haarspaltereien. Auf den Hinweis, dass demzufolge all die Jahre vor 2013 dem Gesetz von den Ordnungshütern nicht entsprochen worden sei, wurde geantwortet, dann habe man sich halt in all den Jahren geirrt. Es war abzusehen, dass die Angelegenheit auf einen größeren Konflikt hinauslaufen könne, falls die Polizei auf ihrer Gesetzesinterpretation bestehen bleibe. Nach der Demonstration gegen die Innenministerkonferenz, vor und bei der die Kölner Polizei gar nicht gut dastand - kam dann telefonisch eine Entwarnung aus dem Polizeipräsidium: Nach weiteren Überlegungen zum entsprechenden Gesetzestext sei man zu der Konsequenz gelangt, dass dieser auf unsere Kundgebung nicht anwendbar sei. Die Genehmigung werde kein Verbot der Silvesterraketen beinhalten. Allerdings solle zwecks Vermeidung möglicher Konfliktfälle auf verantwortlichen Umgang mit selbigen geachtet werden.
Der Silvester-Abend
Bei der Begrüßung der schätzungsweise wieder etwa 250 Teilnehmer/innen wurde - noch etwas außerhalb der Hörweite für Gefangene - das Ergebnis der Verhandlungen mitgeteilt. Verlesen wurden dann Grußworte des in Sicherungsverwahrung gefangengehaltenen Genossen Thomas Meyer-Falk, die sich besonders an die Aktiven draußen richteten. Der erste - und im Endeffekt leider einzige - Kundgebungshaltepunkt. befand sich vom Verwaltungsbau aus betrachtet beim ersten Strafhafthaus der Frauen mit Redebeiträgen zur Arbeit im Knast und der Gefangenengewerkschaft, einem kämpferischen in spanischer Sprache, einem weiteren auf Deutsch zu den kürzlich erfolgten Verhaftungen anarchistischer Genoss/inn/en in Spanien.An zwei weiteren Frauen-Hafthäusern zogen wir mit gemeinsam skandierten Parolen, kurzen Grußworten in verschiedenen Sprachen und Musik vorbei.
Wir verzichteten auf den sonst üblichen weiten Weg zum Männer-Strafhafthaus. Dieses ist, so weit wir wissen, derzeit kaum belegt. Nicht, weil weniger Männer eingesperrt werden, sondern wegen organisatorischer Angelegenheiten (Umbau u.ä.). Wir machten also auf der Rochusstraße (Vorderfront der Knastanlage) kehrt, um zu den nach vorne gelegenen Häusern der U-Haft-Gefangenen zu gelangen.
Wir waren noch nicht einmal zurück an unserem Ausgangspunkt, Rektor-Klein-Straße, als wir von der Polizei blockiert wurden. Das dauerte lange. Unser Anmelder diskutierte unsichtbar für die meisten von uns an der Spitze der Demo lebhaft mit einigen Polizisten. Auf dem Demowagen waren wir desorientiert, was nun passiert ist und weiter passiert. Deshalb spielten wir nur laute Musik. Die Moderatorin sah sich nicht in der Lage, die Demoteilnehmer/innen und die Gefangenen (im nahen Frauen-Strafhaft-Haus) über die Situation zu informieren (Mea culpa, Selbstkritik, Scham über Reaktionsunfähigkeit).
Der Anmelder informierte dann, dass die Raketenabschüsse "aus der Versammlung heraus" zu beanstanden seien. Wir könnten nicht weiter, wenn das nicht unmittelbar aufhöre. Der Anmelder hatte sich aber geweigert, dieses als Aufforderung an die Demoteilnehmer/innen weiter zu geben, da die Vorverhandlungen zu einem anderen Ergebnis geführt hatten und es kein explizites Verbot gäbe. Wenn die Polizei die Rahmenbedingungen ändern wolle, erfordere das eine neue formelle Anordnung. Wir mussten noch einige Zeit auf die Einigung zwischen der Polizei vor Ort und ihrer Leitstelle warten. Dann erfolgte eine solche Anordnung. Für diesen Fall hatten wir zwischenzeitlich beschlossen die Demo aufzulösen.
Was wir noch tun konnten, war, unplanmäßig mit dem Lauti-LKW an unseren nur wenige Meter entfernten Ausgangspunkt zu fahren. Dort wollten wir denen, die in unserer Nähe blieben, noch Beiträge vortragen, die sich an die Aktiven draußen richten. Alle anderen konnten, da es ja keine Demo mehr gab, in kleinen Gruppen an den U-Haft-Häusern vorbei gehen und die Gefangenen, wenn sie wollten, mit Raketen grüßen.
Ein Teil der aufgelösten Demo blieb bei dieser Schlusskundgebung stehen. Ein Mitglied des Autonomen Knastprojekts fluchte ins Mikro, dass er auf seinen Redebeitrag verzichte, da dieser für die Gefangenen gedacht war. Eine andere vorgesehene Rednerin sagte uns Bescheid, dass auch sie auf ihre Rede über Klassenjustiz verzichte, weil auch bei dieser die Gefangenen die Adressaten waren. Verlesen wurde die Grußbotschaft von André Moussa Schmitz, dem Sprecher der Gefangenengewerkschaft in Willich und NRW. Der wäre zwar auch für die Gefangenen wichtig gewesen, hatte Solidarität einfordernd aber auch Relevanz für die Aktiven draußen. Ein Beitrag der Roten Hilfe befasste sich mit dem Rassismus deutscher Politik und Justiz, griff auch das PKK-Verbot und dessen strafrechtliche Folgen an.
Ein anderer Teil der aufgelösten Demonstration versuchte noch mit Raketen und Zurufen ohne Lautsprecher Kontakt zu U-Haft-Gefangenen herzustellen. Wie vielen dies gelungen ist, wissen wir nicht. Aber eine kleine Gruppe kam erfreut noch mal zurück und erzählte, dass Ihre Rufe offenbar gehört worden seien, sie auch Antwort bekommen hätten. Man habe sich gegenseitig ein möglichst Gutes Neues Jahr gewünscht.
Und jetzt zum persönlichen Feiern? Oh Scheiße!
Die Polizei hatte es ziemlich offensichtlich darauf abgesehen, den Abend trotz der vorzeitigen Demoauflösung nicht nur mit der Unzufriedenheit der Beteiligten - aber ansonsten friedlich - enden zu lassen. Als die Teilnehmer/innen der Schlusskundgebung und einige von den U-Haft-Häusern Zurückgekehrte zur wenige Schritte entfernten Straßenbahn-Haltestelle strebten, waren mehrere Reihen von Polizisten in deren Nähe aufgestellt. Dann gab es ein Gerangel an einer Tür der eingefahrenen Straßenbahn. Weitere Polizisten und weitere Demoteilnehmer/innen rannten zum Ort einer offensichtlichen körperlichen Auseinandersetzung.Die Lage war unübersichtlich. Man konnte sehen oder ahnen, dass an mehreren Stellen heimkehrwillige Demoteilnehmer von Polizei angegriffen bzw. herausgegriffen wurden. Was hatten sie „verbrochen“? Den Schal ein wenig zu weit ins Gesicht rutschen lassen? Zu normal mit Raketen gefeiert?
Am Rand dieser Auseinandersetzungen fanden wir einen Demoteilnehmer gekrümmt auf dem Boden liegend, mehrere Bullen auf ihm kniend bzw. ihn runter-drückend. Das war alles andere als sanft oder sogenannt "verhältnismäßig". Wir Umstehenden haben nur mit Worten unserer Empörung Ausdruck gegeben. Manche taten das auch mit Ironie. Für mehr.gab es auf unserer Seite kein Kräfteverhältnis. Nach einiger Zeit wurde der auf dem Boden Liegende mit Plastikhandschellen versehen und abgeführt. Weiteres konnte ich nicht genauer beobachten. Wahrscheinlich ist dem EA mehr bekannt. Anscheinend sind 3 Leute von uns in solcher Weise an der Heimfahrt gehindert.worden. Abtransportiert wurde aber meines Wissens niemand. Ein Großteil von uns hat noch gewartet, bis auch die Aufgegriffenen wieder gehen konnten. Dazu haben auch welche von uns beigetragen, die die Straßenbahn an der Abfahrt hinderten.
Die Staatsgewalt hat Vorwände gesucht, um uns Stress zu breiten. Unsere Demo war erbärmlich kurz. Und sie wurde die ganze Zeit gefilmt. Da wurde wohl Material gesammelt, um einige stigmatisieren zu können, die vielleicht Silvester feierten, wie das an allen anderen Orten in Köln möglich gewesen wäre, Sie wollten wohl ihre verquere Rechtsauffassung durchsetzen, dass so was in der Nähe der Knastmauer nicht zu dulden sei. Ich gebe zu, dass mich manche Böllerei während der wenigen Redebeiträge gestört hat. Eben weil es so schwer ist, Gefangene in Ossendorf akustisch zu erreichen. Und weil wir auch Inhalte rüber bringen wollten, nicht nur Raketengrüße. Aber gefährdet geworden ist wohl niemand. Warum sich also künstlich aufregen?
Doch aufregen!
Ja doch, aufregen müssen wir uns über die Logik der Ausgrenzung, die das Gefängnis-Unwesen beherrscht. Überall Sonderbedingungen, Verweigerung der auch nicht sehr weitreichenden Rechte in der sogenannten Demokratie draußen. Sonderbedingungen der Bestimmung des Aufenthaltsortes, Sonder-Gewaltverhältnis, Sonder-Zensur und Sonder-Beschränkungen jeglicher Kommunikation, Sonderstatus bezüglich der Arbeit, Sonderbedingungen hinsichtlich der Koalitionsfreiheit. Dazu passt im konkreten Fall auch das Vorgehen der Kölner Polizei vor und während der Silvester-Demo: Sonderbehandlung von Menschen, die sich mit Gefangenen solidarisieren wollen. Sonderrepression gegenüber denen, die das Repressionssystem ablehnen. Naja, in anarchistisch-libertärer Tradition hören wir es mahnen: Traue nie dem Staat und seiner so genannten Ordnung!Mit Freude haben wir gelesen, dass in Dortmund, Uelzen und in Freiburg unangemeldete Knastdemos mit ganz wenigen Teilnehmer/inne/n Kontakt zu Gefangenen herstellen konnten. Wahrscheinlich war das auch noch an mehreren anderen Orten möglich. Zugegeben wir sind auch ein wenig neidisch. Oder sind wir einfach bloß blöd?
Es lebe die legitime Selbstorganisation drinnen und draußen.
Für Gewerkschaftsfreiheit auch im Knast,
gegen Zensur und Kommunikationsbehinderung,
für Demonstrationsfreiheit.
Und natürlich für Gesellschaft ohne Ausbeutung und Knäste.
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Willkür
Donnerstag, 11. Dezember 2014
Aufruf zur Silvester-Demo in Köln
DIE
MAUER MUSS WEG !
ZWANGSANSTALTEN
SPRENGEN !
WIDERSTAND
AUFBAUEN !
Silvester zur
Knastmauer? Klar, wie jedes Jahr. Aber diesmal gibts was Besonders:
Der Knast in Ossendorf soll bald abgerissen werden. Prima! Das
könnten wir ja zusammen mit den Gefangenen feiern! Wenn die
Knastbetreiber nicht vorhätten, an der gleichen
Stelle einen neuen Knast zu bauen. Und das heißt Reinvestitionen in
das Wegsperrsystem statt Abbau desselben. Statt alle Mauern
wegzureißen besteht anscheinend das Vorhaben, mitten auf dem Gelände
eine weitere Trennmauer zu errichten. Auf der einen Seite Abriss und
Neubau, auf der anderen Seite Knastalltag unter erschwerten
Bedingungen. Und das mindestens 10 Jahre lang. Der helle Wahnsinn!
Dann steht er da, der Neubau, der in den folgenden Jahrzehnten noch
besser überwachen und von der Außenwelt abgrenzen soll.
Angeblich soll Knast ja auf diese
Außenwelt vorbereiten. Das geschieht oft auf zynische Art und Weise,
u.a. durch Zwang zur Arbeit, Sanktionen bei Arbeitsverweigerung,
miese Arbeitsbedingungen, Abspeisung mit Taschengeld. Ja klar, das
gibt es draußen auch mehr und mehr. Und sich solches gefallen zu
lassen, dafür soll Knast die teils störrischen Außenseiter
anpassen. So was nennt sich dann "Resozialisation". Doch
seit einigen Monaten gibt es in deutschen Knästen Gefangene, die
sich gegen diese repressiven "Erziehungsmaßnahmen" als
Gefangenengewerkschaft (GG/BO) organisieren.
Seit Jahren demonstrieren wir am
Silvesterabend vor der JVA Ossendorf für GESELLSCHAFT OHNE
KNÄSTE, obwohl wir wissen, dass das System bei weiterer
Polarisierung der Gesellschaft aufrüstet gegen die Verarmenden und
Aufmüpfigen. Dass auch wir selbst von Knast bedroht werden. Auch wir
sollen brav angepasst funktionieren, nicht rebellieren.
GESELLSCHAFT OHNE KNÄSTE, das
erfordert Änderung der Lebensverhältnisse auf allen Ebenen. Denn
Repression, Fremdbestimmung, Hierarchie, Herrschaft und Ausgrenzung
sind überall zu spüren. Das heißt auch, dass wir auf allen Ebenen
dagegen angehen können durch Selbstorganisation, kollektive
Selbstbestimmung, autonome Konfliktregelungen, Kämpfe gegen
Benachteiligungen und Ausbeutung. Nicht nur aber auch in den Knästen.
Wenn wir uns also in diesem Jahr
besonders mit der Gefangenen-Gewerkschaft (GG/BO) solidarisieren,
heißt dass nicht, dass wir uns mit verbesserten Arbeitsbedingungen
im Knast zufrieden geben würden. Ziel bleibt die Abschaffung der
Zwangsinstitutionen.
Zugegeben, die Gefangenen fordern
bisher nicht viel: Gewerkschaftsfreiheit, Mindestlohn auch für
Gefangene und Einbeziehung in die Rentenversicherung. Also nur etwas
mehr Angleichung an den Kapitalismus "draußen". Aber es
wird Gefangenen besonders schwer gemacht sich zu organisieren. Dass
sie als Gewerkschaft anerkannt werden, mit der zu verhandeln ist, ist
nicht in Sicht. Besonders in NRW wird interne Kommunikation durch
Zensur sehr behindert. Deshalb ist es wichtig, dass die
Anstrengungen und Forderungen der Gefangenen "draußen"
bekannt sind und unterstützt werden.
Was daraus wird, ist noch nicht
abzusehen. Vergebliche Versuche? Abfindung mit kleinen
Zugeständnissen? Politisierte Massenbasis? Radikalisierung?
Möglicherweise, - wie draußen auch - von allem etwas. Doch die
Gefangenen, die sich jetzt auf den Weg machen, brauchen angesichts
der Sonderbedingungen im Knast Öffentlichkeit, Ermutigung
und Unterstützung, damit sie nicht bloß entmutigt werden, sondern
möglichst stark werden können. Jeder Kampf um mehr Selbstbestimmung
und gemeinsame Interessenvertretung gegen Herrschaft und Ausbeutung
widerspricht der Logik der Knastverwaltungen. Machen wir uns auf auf
den Weg: GEMEINSAM.
Treff:
31.12.2014, 18 Uhr JVA Ossendorf,
Haltestelle Rektor Klein Straße
Haltestelle Rektor Klein Straße
Bringt laute Böller mit und was
sonst noch Krach macht, damit die Gefangenen uns hören können!
Infos zur GG/BO:
www.gefangenengewerkschaft.de
Nicht nur an Silvester:
Ein GG-Soli-Kreis Köln trifft sich
am 3. Montag im Mo., 18 Uhr, in der LC
(Ludolf-Camphausen-Str.36)
(Ludolf-Camphausen-Str.36)
Seid neben Euren unmittelbaren
Kämpfen auch im laufenden Jahr bereit zu Solidaritätsaktionen !
- FÜR
GESELLSCHAFT OHNE KNÄSTE !
- GEGENWEHR
ÜBERALL
GEGEN MARGINALISIERUNG UND AUSBEUTUNG !
- SOLIDARITÄT
MIT DER
GEFANGENENGEWERKSCHAFT !
Bündnis
für Gesellschaft ohne Knäste
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