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Dienstag, 5. Mai 2015

Solidarität am 1. Mai

Unterstützungsaktionen 

für die Gefangenengewerkschaft (GG/BO)

unterwegs beim Libertären 1.Mai

"Arbeitsteilung" gab es für den GG-Solikreis an diesem ersten Mai. Einige gingen mit Transparent und Redebeitrag zur Demo "Libertärer 1.Mai" (hat bisher keine Tradition in Köln, siehe http://allgemeinessyndikatkoeln.blogsport.de/2015/05/01/1-mai-libertaere-demo-in-koeln), andere mit einem Infostand zur Schlusskundgebung des DGB. Hier berichten wir über letzteres.

Als wir unseren Infostand für die  DGB-Veranstaltung anmeldeten, hatten wir kaum positive Erwartungen. Wir haben ja schon mehrere vergebliche "Aufweckversuche" in Richtung DGB-Gewerkschaften hinter uns. Wir rechneten also mit massenweise Desinteresse und offener Ablehnung.

Werbung bei der DGB-Kundgebung
Ganz so schlimm kam es dann doch nicht. Klar, die Masse der schätzungsweise 2000 BesucherInnen nahmen keine Notiz von uns. Einige betrachteten unseren Stand aus sicherer Entfernung, trauten sich aber dann nicht ran. Aber es gab auch ne Reihe von Leuten, die sich an unseren Stand „wagten“. Einige hatten schon mal vage was von der Gefangenengewerkschaft gehört. Für andere war es absolut neu. Alle, die dann zu uns an den Stand kamen und mit denen wir in teilweise intensive Gespräche kamen, reagierten grundsätzlich positiv. Dierwarteten ausgrenzenden Kommentare konnten wir nicht vernehmen.

Wir hatten eine Stellwand aufgebaut, auf der die Leute Unterstützungsunterschriften leisten oder auch kurze Kommentare anbringen konnten. 13 Leute haben auf einer Liste unterschrieben, dass sie den Aufbau der GG gut finden und unterstützen. Andere formulierten selbst was  Ermutigendes.  Insgesamt haben wir etwa mit 40 Leuten gesprochen.

Klar, das ist alles sehr bescheiden. Als Anti-Knast-Aktive sind wir es aber gewohnt, dass wir nicht „die Massen“ erreichen. Noch nicht mal innerhalb der sog. Radikalen Linken. 40 positiv gestimmte Leute ist für uns deshalb schon ein Erfolg. Wahrscheinlich hat es in anderen Städten grosse revolutionäre Aktionen gegeben. Deshalb beenden wir hier auch schon den Bericht von unserer Miniaktion. Wir werden einen langen Atem brauchen und viele mühsame Einzelgespräche führen müssen.

Einige aus dem
Solikreis Köln für die GG/BO

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Aufruf zur Silvester-Demo in Köln


... alle Jahre wieder ...
DIE MAUER MUSS WEG !
ZWANGSANSTALTEN SPRENGEN !
WIDERSTAND AUFBAUEN !

Silvester zur Knastmauer? Klar, wie jedes Jahr. Aber diesmal gibts was Besonders: Der Knast in Ossendorf soll bald abgerissen werden. Prima! Das könnten wir ja zusammen mit den Gefangenen feiern! Wenn die Knast­be­trei­ber nicht vorhätten, an der gleichen Stelle einen neuen Knast zu bauen. Und das heißt Reinvestitionen in das Weg­sperrsystem statt Abbau desselben. Statt alle Mauern wegzureißen besteht anscheinend das Vorhaben, mitten auf dem Gelände eine weitere Trennmauer zu errichten. Auf der einen Seite Abriss und Neubau, auf der anderen Seite Knastalltag unter erschwerten Bedingungen. Und das mindestens 10 Jahre lang. Der helle Wahnsinn! Dann steht er da, der Neubau, der in den folgenden Jahrzehnten noch besser überwachen und von der Außenwelt ab­grenzen soll.

Angeblich soll Knast ja auf diese Außenwelt vorbereiten. Das geschieht oft auf zynische Art und Weise, u.a. durch Zwang zur Arbeit, Sanktionen bei Arbeitsverweigerung, miese Arbeitsbedingungen, Abspeisung mit Taschengeld. Ja klar, das gibt es draußen auch mehr und mehr. Und sich solches gefallen zu lassen, dafür soll Knast die teils störrischen Außenseiter anpassen. So was nennt sich dann "Resozialisation". Doch seit einigen Monaten gibt es in deutschen Knästen Gefangene, die sich gegen diese repressiven "Erziehungsmaßnahmen" als Gefangenen­gewerk­schaft (GG/BO) organisieren.

Seit Jahren demonstrieren wir am Silvesterabend vor der JVA Ossendorf für GESELLSCHAFT OHNE KNÄSTE, obwohl wir wissen, dass das System bei weiterer Polarisierung der Gesellschaft aufrüstet gegen die Verarmenden und Aufmüpfigen. Dass auch wir selbst von Knast bedroht werden. Auch wir sollen brav angepasst funktionieren, nicht rebellieren.

GESELLSCHAFT OHNE KNÄSTE, das erfordert Änderung der Lebensverhältnisse auf allen Ebenen. Denn Repression, Fremdbestimmung, Hierarchie, Herrschaft und Ausgrenzung sind überall zu spüren. Das heißt auch, dass wir auf allen Ebenen dagegen angehen können durch Selbstorganisation, kollektive Selbstbestimmung, autonome Konfliktregelungen, Kämpfe gegen Benachteiligungen und Ausbeutung. Nicht nur aber auch in den Knästen.

Wenn wir uns also in diesem Jahr besonders mit der Gefangenen-Gewerkschaft (GG/BO) solidarisieren, heißt dass nicht, dass wir uns mit verbesserten Arbeitsbedingungen im Knast zufrieden geben würden. Ziel bleibt die Abschaffung der Zwangsinstitutionen.
 
Zugegeben, die Gefangenen fordern bisher nicht viel: Gewerkschaftsfreiheit, Mindestlohn auch für Gefangene und Einbeziehung in die Rentenversicherung. Also nur etwas mehr Angleichung an den Kapitalismus "draußen". Aber es wird Gefangenen besonders schwer gemacht sich zu organisieren. Dass sie als Gewerkschaft anerkannt werden, mit der zu verhandeln ist, ist nicht in Sicht. Besonders in NRW wird interne Kommunikation durch Zen­sur sehr behindert. Deshalb ist es wichtig, dass die Anstrengungen und Forderungen der Gefangenen "draußen" bekannt sind und unterstützt werden.
Was daraus wird, ist noch nicht abzusehen. Vergebliche Versuche? Abfindung mit kleinen Zugeständnissen? Politisierte Massenbasis? Radikalisierung? Möglicherweise, - wie draußen auch - von allem etwas. Doch die Gefangenen, die sich jetzt auf den Weg machen, brauchen angesichts der Sonderbedingungen im Knast Öffent­lich­keit, Ermutigung und Unterstützung, damit sie nicht bloß entmutigt werden, sondern möglichst stark werden können. Jeder Kampf um mehr Selbstbestimmung und gemeinsame Interessenvertretung gegen Herrschaft und Ausbeutung widerspricht der Logik der Knastverwaltungen. Machen wir uns auf auf den Weg: GEMEINSAM.

Treff: 31.12.2014, 18 Uhr JVA Ossendorf, 
Haltestelle Rektor Klein Straße
Bringt laute Böller mit und was sonst noch Krach macht, damit die Gefangenen uns hören können!

Infos zur GG/BO: www.gefangenengewerkschaft.de
Nicht nur an Silvester:
Ein GG-Soli-Kreis Köln trifft sich am 3. Montag im Mo., 18 Uhr, in der LC  
(Ludolf-Camphausen-Str.36)
Seid neben Euren unmittelbaren Kämpfen auch im laufenden Jahr bereit zu Solidaritätsaktionen !

- FÜR GESELLSCHAFT OHNE KNÄSTE !
- GEGENWEHR ÜBERALL 
GEGEN MARGINALISIERUNG UND AUSBEUTUNG ! 
- SOLIDARITÄT MIT DER
GEFANGENENGEWERKSCHAFT !  

Bündnis für Gesellschaft ohne Knäste

Sonntag, 28. September 2014

Solidarität aus DGB-Gewerkschaften ?

Als Bündnis verschiedener Gruppen fand in diesem Jahr in Köln vom 12.-17. September eine "Soziale Kampfbaustelle" statt. Dieser Treffpunkt auf der grünen Wiese lädt dazu ein, sich mit lokalen und regionalen Brennpunkten sozialer Konflikte auseinander zu setzen, daraus Aktionen zu machen. Wir vom Gefangenengewerkschafts-Soli-Kreis Köln und dem Autonomen Knastprojekt konnten in dieses Bündnis auf die Entstehung der Gefangenengewerkschaft als bundesweiter Organisation (GG/BO) und die Hindernisse hinweisen, die ihr in den Weg gestellt werden. Dabei wollten wir besonders aufmerksam machen auf  rigide Zensurmaßnahmen der JVA Willich (in unserer Region), welche die gewerkschaftliche Arbeit extrem behindern.

Da die GG/BO auch die Solidarität von DGB-Gewerkschaften anfordert, entschlossen wir uns, das nahe gelegene Gewerkschaftsgebäude mit Flugblättern zu "überfallen". Naja, erst mal gaaaanz friedlich. In die zugänglichen Büros reingehen, schriftlich und mündlich Solidarität einfordern.

Am letzten Tag der "Kampfbaustelle" fanden sich etwa 25 Aktive zu diesem Streifzug durch das DGB-Gebäude zusammen. Offizielle Stellungnahmen konnten wir in dieser Situation nicht erwarten. Aber wir wollten solches anstoßen. Und wir warten drauf, dass sich bald auch irgendwo bei den Kölner DGB-Gerwerkschaften was Positives in Richtung GG/BO und gegen die Behinderungtaktiken in Willich regt.

Ein großes Transparent mit der Aufschrift "SOLIDARITÄT mit der GEFANGENENGEWERKSCHAFT" hatten wir am 17.09. zur Aktion mitgebracht. Vor und nach unserem Rundgang drinnen veranstalteten wir damit eine kurze Mahnwache draußen. ("Drinnen und draußen EIN Kampf !" ehm)


Wir denken, dieses Transpa werden wir noch öfter brauchen. So lange die um ihre Anerkennung und Funktionsfähigkeit kämpfende Gefangenengewerkschaft die (wie auch immer geartete) Unterstützung der abgesicherten DGB-Gewerkschaften und der in ihnen organisierten Kolleg/inn/en brauchen kann und einfordert, werden auch wir solches anmahnen. Dabei hoffen wir auch auf Genoss/inn/en, die überwiegend in anderen sozialen Konfliktfeldern aktiv sind, sich aber - wie jetzt im Rahmen der "Baustelle" - bei speziellen Anlässen der Solidarisierung mit kämpfenden Gefangenen nicht entziehen. Drinnen und draußen ähnliche Scheiße, ähnliche Kampfnotwendigkeit. Zusammenhalt gegen herrschende Verhältnisse!

                                                                            Autonomes Knastprojekt

Hier eines der verteilten Flugblätter:





Sonntag, 14. September 2014

Gefangenengewerkschaft, Radiosendung und Termin

Solidaritätskreis Gefangenengewerkschaft
trifft sich wieder am Montag, 15.09.14 um 18 Uhr 
in der Ludolf-Camphausenstraße 36.
Eventuell gehen wir dann zur Sozialen Kampfbaustelle im Grüngürtel, nur ein paar Schritte weiter.
Unsere letzte Anti-Knast-Rundfunksendung enthält ein Interview mit einem der Sprecher der Gefangenengewerkschaft, zu hören über: http://akpradio.podspot.de/

Mittwoch, 6. August 2014

Solidaritätskreis für Gefangenengewerkschaft

Ein Ergebnis unserer Veranstaltung vom 21.07. ist, dass sich mehrere Teilnehmer/innen interessiert gezeigt haben, sich zwecks Unterstützung der Gefangenengewerkschaft (GG) vorerst einmal im Monat zu treffen. Dies soll stattfinden eine Stunde vor dem regelmäßigen Anti-Repressions-Café, an dem wir vom AKP im Bündnis mit Rote Hilfe Köln, Ermittlungsausschuss und Demosanis teilnehmen bzw. das wir mitgestalten.
D.h. der GG-Solidaritätskreis beginnt jeweils um 18 Uhr.