Mittwoch, 6. August 2014

Solidaritätskreis für Gefangenengewerkschaft

Ein Ergebnis unserer Veranstaltung vom 21.07. ist, dass sich mehrere Teilnehmer/innen interessiert gezeigt haben, sich zwecks Unterstützung der Gefangenengewerkschaft (GG) vorerst einmal im Monat zu treffen. Dies soll stattfinden eine Stunde vor dem regelmäßigen Anti-Repressions-Café, an dem wir vom AKP im Bündnis mit Rote Hilfe Köln, Ermittlungsausschuss und Demosanis teilnehmen bzw. das wir mitgestalten.
D.h. der GG-Solidaritätskreis beginnt jeweils um 18 Uhr.

Gefangenengewerkschaft unterstützen

Allgemeines Syndikat Köln (FAU-​IAA) über unsere Veranstaltung

Gefangenen-Gewerkschaft braucht Unterstützung von draußen

Am 21. Juli fand in Köln eine In­for­ma­ti­ons-​ und Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung zu der neu ge­grün­de­ten bun­des­wei­ten Ge­fan­ge­nen-​Ge­werk­schaft (GG/BO) statt. Auf Ein­la­dung des Au­to­no­men Knast­pro­jekts kamen etwa 20 Leute zu­sam­men, um über den ak­tu­el­len Stand der Or­ga­ni­sie­rung hin­ter Git­tern mehr zu er­fah­ren und Mög­lich­kei­ten zur Un­ter­stüt­zung zu dis­ku­tie­ren.
Denn Ende Mai 2014 haben ei­ni­ge In­haf­tier­te in der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt Tegel eine ei­ge­ne Ge­werk­schaft ge­grün­det, um ihre wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen auch hin­ter Ge­fäng­nis­mau­ern zu ver­fol­gen. So­fort ant­wor­te­te die Staats­ge­walt mit Re­pres­si­on, wie Zel­len­durch­su­chun­gen und Be­dro­hun­gen. Dabei sind je­doch die bis­her ge­nann­ten For­de­run­gen nach Min­dest­lohn und Ren­ten­ver­si­che­rung alles an­de­re als staats­ge­fähr­dend ein­zu­stu­fen.

Doch was durch die Selbst­or­gan­sie­rung von ver­ur­teil­ten Zwangs­ar­bei­ter/innen be­droht ist, sind vor allem die bil­li­gen Pro­duk­ti­ons­mög­lich­kei­ten zu Nied­rigst­löh­nen. Ohne eine for­mel­le Mög­lich­keit der Ge­gen­wehr sind die In­haf­tier­ten näm­lich durch das Straf­voll­zugs­ge­setz zur Ar­beit im Knast ver­pflich­tet. Freie Ar­beit­platz­wahl oder Streik­recht sind dabei na­tür­lich Fremd­wor­te.
Zahl­rei­che Fir­men las­sen in den Ge­fäng­nis­sen zu Bil­lig­löh­nen ihre Pro­duk­te her­stel­len, die dann zu nor­ma­len Prei­sen auf den Markt kom­men: Ob Wasch­ma­schi­nen, Au­to­tei­le, Steck­do­sen, Sport­ar­ti­kel oder Ga­ra­gen­to­re – die Nach­fra­ge bei den Her­stel­lern ist groß. Schließ­lich kön­nen die Ar­beits­be­din­gun­gen in deut­schen Knäs­ten mit der skla­ven­ähn­li­chen Aus­beu­tung in China, Kam­bo­dscha oder Ban­gla­desh lo­cker mit­hal­ten. Denn ge­fan­ge­ne Ar­bei­ter/innen ver­die­nen etwa 11 Euro pro Tag, das ent­spricht einem Stun­den­lohn von 1,40 Euro.
Dabei be­kom­men die In­sass/innen we­ni­ger als die Hälf­te die­ses Hun­ger­lohns auf ihre ge­fäng­nis-​in­ter­nen Gut­ha­ben­kar­ten über­wie­sen, der Rest wird auf ein Bank­kon­to über­wie­sen für die Zeit nach der Ent­las­sung. Wer als Frei­gän­ger/in drau­ßen ar­bei­tet, be­kommt von dem je­wei­ligs ver­ein­bar­ten Ar­beits­ent­gelt sogar noch die Haft­kos­ten in Höhe von 360 Euro ab­ge­zo­gen. Doch das be­trifft nur etwa 10% aller Ge­fan­ge­nen, denn die über­wie­gen­de Mehr­heit muss hin­ter Git­tern schuf­ten, sonst droht Iso­la­ti­ons­haft. Al­ler­dings scheint die Nach­fra­ge grö­ßer zu sein als die Zahl der Ar­beits­plät­ze.
Dabei wer­den nicht nur Pro­duk­te für den „frei­en“ Markt her­ge­stellt, son­dern die Häft­lin­ge er­wirt­schaf­ten auch Güter für das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um, wie ver­schie­de­ne Druck­sa­chen, An­stalts­klei­dung und sogar die Roben der Rich­ter/innen. Dazu wer­den zahl­rei­che Dienst­leis­tun­gen in den Haft­an­stal­ten ver­rich­tet, zum Bei­spiel in Kü­chen, Wä­sche­rei­en, Kran­ken­sta­tio­nen oder Bi­blio­the­ken.
Und das alles ohne einen An­spruch auf Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung oder Lohn­fort­zah­lung im Krank­heits­fall. Be­son­ders im Be­reich Ar­beits­si­cher­heit liegt wohl ei­ni­ges im Argen, denn Per­sön­li­che Schutz-​Aus­stat­tung oder Ab­luft­an­la­gen kos­ten die An­stal­ten schließ­lich Geld. Dabei wer­den schät­zungs­wei­se aus Ge­fäng­nis­ar­beit bun­des­weit auf halbe Mil­li­ar­de Euro Ge­win­ne er­zielt.
Damit in Zu­kunft die Ar­beits­be­din­gun­gen für In­sas­sen von Jus­tiz­voll­zugs­an­stal­ten men­schen­wür­di­gen Stan­darts ent­spre­chen und durch die Knast­ar­beit nicht eine dop­pel­te Aus­gren­zung statt­fin­det, haben sich also meh­re­re Ge­fan­ge­ne auf ihr Ver­ei­ni­gungs­recht be­ru­fen und diese Ge­werk­schaft ge­grün­det. Bis­her gibt es Kon­takt­per­so­nen in Bay­ern, Ber­lin, Nord­rhein-​West­fa­len und Sach­sen. Sie ste­hen mit ihrer Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on noch am An­fang und freu­en sich über So­li­da­ri­tät und öf­fent­li­che An­er­ken­nung. Aus prak­ti­schen Grün­den brau­chen die Or­ga­ni­sa­tor/innen vor allem ganz drin­gend Brief­mar­ken.
Für Au­gust ist dann die Neu­er­schei­nung ihrer Zei­tung „Out­break“ ge­plant, die über die Ak­ti­vi­tä­ten be­rich­ten wird. Da die Ge­werk­schaft nicht nur reine In­ter­es­sen­ver­tre­tung sein will, son­dern auch ein „Ort der so­zia­len Be­geg­nung und des zwi­schen­mensch­li­chen Aus­tauschs“, lebt sie durch di­rek­te und in­di­rek­te Kon­tak­ten zwi­schen den In­haf­tier­ten. Und eben dies ist ja im Ge­fäng­nis be­wußt ein­ge­schränkt wor­den. Da die GG/BO aber den Idea­len von „Frei­heit, Au­to­no­mie und So­li­da­ri­tät“ folgt, gibt es zudem Über­schnei­dun­gen mit so­zia­len Kämp­fen au­ßer­halb der Ge­fäng­nis­mau­ern. Aus die­sem Grund er­hof­fen sie sich einen regen Aus­tausch mit an­de­ren Ge­werk­schafts­ak­ti­vist/innen, sowie mit lo­ka­len So­li­da­ri­täts­grup­pen, die sie un­ter­stüt­zen.

Kon­takt über http://​www.​gefangenengewerkschaft.​de
All­ge­mei­nes Syn­di­kat Köln (FAU-​IAA),
http://​allgemeinessyndikatkoeln.​blogsport.​de

Montag, 14. Juli 2014

Zensur gegen Sendung zur Gefangenengewerkschaft

Gerade weil wir mit dem letzten Eintrag so viel Werbung für unsere Radiosendungen gemacht haben, müssen wir jetzt eine sehr unerfreuliche Nachricht über Radio Köln mitteilen. Mit unserer zweiten Radiosendung zur Gründung der Gefangenengewerkschaft wollten wir Menschen aus Köln und Umgebung besonders hinweisen auf unsere Veranstaltung zu diesem Thema am
Montag, 21.07. (19 Uhr) in der Ludolf-Camphausenstraße 36 (Köln) .


Da Radio Köln ein viel gehörter lokaler Sender ist, hätte das eine gute Verbreitung unserer Ankündigung für eventuell Interessierte ermöglicht. Aber das ist nun Essig. Erst am Tage der vorgesehenen Ausstrahlung (05.07) erreichte uns eine Mail, dass die Sendung am Abend nicht zu hören sein werde. Wir konnten also in keiner Weise mehr reagieren. Tags zuvor war diese Mitteilung ohne Begründung an unsere Radiowerkstatt "Freier Lokalrundfunk Köln" (FLoK) gegangen. Erst am 10.07 erreichte uns die Weiterleitung einer Begründung, die kaum einen solchen Namen verdient.

Wir zitieren auszugsweise:
"Aussetzung der Ausstrahlung von zwei Bürgerfunk-Sendungen wg. begründeler Zweifel an der Vereinbarkeit der Sendungen mit geltendem Recht

Sehr geehrter Herr Schaefler,
(Vertreter der Radiowerkstatt)
im Auftrag des Vorstandes der VG Radio Köln e.V. möchte ich lhnen hiermit mitteilen, dass wir die Ausstrahlung von zwei Bürgerfunk-Sendungen des Freien Lokolrundfunk Köln e.V. (FLoK) ausgesetzt haben.
Der Vorstand hat bezüglich der zwei nachfolgend aufgeführten Sendungen begründete Zweifel, ob die eingereichten Beiträge mit dem geltenden Recht vereinbar sind. Deshalb setzen wir die Ausstrahlung beider Sendungen aus und legen sie der LfM zur Beurteilung vor.
1. Sendeanmeldung für den Bürgerfunk bei Radio Köln von der Gruppe FLoK, Produktionsgruppe AKP; Sendetitel: ,,Knastgewerkschaften u.a. in Berlin Tegel"; Sendetermin 05.07.201 4, 21:30 Uhr
Begründete Zweifel melden wir bezüglich der Lieder ,,Patrioten" von Johnny Mauser & Coptain Gips (ca. 6:35-9:29 Min.) und ,,Kein Punkt für Deutschland" von The Flexfitz feat. The Vorrundenaus Allstars (ca. 19:29-22:52 Min.) an. lnsbesondere die Liedzeile ,,Wo ist Samy, was ist bloß aus dir geworden? Das Land, das du  liebst, schiebt ab und mordet" hat diese ausgelöst."


Betroffen war (s.o.) noch eine weitere Produktionsgruppe mit deren Sendung.

Interessierte Leser/innen mögen sich die von uns produzierte Sendung unter http://akpradio.podspot.de anhören und selbst beurteilen, was sie von dieser Zensurmaßnahme halten.

Wir haben die Lieder ausgewählt, weil wir sie mit ihrer Kritik an Staatsgewalt passend für die Sendung hielten und halten. Die Unterstützung der Gefangenengewerkschaft und die Ankündigung der diesbezüglichen Veranstaltung waren uns viel wichtiger als die Musik, die so etwas wie eine Atempause zwischen den Themenblöcken ist. Trotzdem, unser Musikredakteur gibt sich immer Mühe, thematisch Passendes auszuwählen. Wir verstehen nicht, wieso die diesmalige Begleitmusik bei Radio Köln solche Verdauungsstörungen hervorruft. Was zum Beispiel ist falsch an der zitierten Liedpassage, nämlich dass unser Land abschiebt und u.a. in kriegerischen Auseinandersetzungen tötet, auch Zivilisten, Frauen und Kinder? Und dass das dann eher vertuscht bzw. kleingeredet wird? Stört die Begrifflichkeit "morden" für die Tötungsdelikte? Nun denn, der Satz "Soldaten sind Mörder" wurde nicht von uns erfunden, auch nicht von der Musikgruppe, die dieses Lied vorträgt. Wird damit nicht - zugegeben etwas plakativ verdichtet - die Scheinheiligkeit des Staates angegriffen, "privates" Töten rigoros zu bestrafen, staatliches Töten aber zu legitimieren, allenfalls als "Kollateralschaden" verbal zu bedauern?  

Es ist zu betonen, dass die Sendungen im sogenannten Bürgerfunk nicht eigenverantwortlich frei und auch nicht live produziert werden können. Fast wie das bei den Knastzeitungen ist, bei denen der Gefängnisleiter der Herausgeber ist, werden die Aufzeichnungen vom Kommerzsender überprüft und ... s.o. Es wäre durchaus erstrebenswert, auch in NRW Frequenzen für Freie Radios zu erkämpfen. Wobei das mit der "Freiheit" in dieser Gesellschaft und in diesem Staat dann immer noch eine sehr einseitige Angelegenheit ist. Zensur und Zwangsarbeit finden nur angeblich nicht statt. Wobei wir wieder beim Kern der "ausgesetzten" Sendung wären. Wir berichteten über Arbeiter, die einer Arbeitspflicht unterliegen (ist das kein Zwang?), denen keine Arbeiter-Rechte zugestanden werden, die sich dagegen organisieren. Wir wollten für diese Arbeiter Öffentlichkeit schaffen, die sie gerade in dieser Aufbruchsetappe dringend brauchen. Das wurde durch Radio Köln verhindert.

Wir erinnern also hier noch mal an unsere Veranstaltung vom 21.07.
Wer sich interessiert und sich im Kölner Raum befindet, möge kommen.
Unterstützt die Gefangenengewerkschaft und die Kämpfe Ausgegrenzter, wo auch immer Ihr seid

Informiert Euch bei www.gefangenengewerkschaft.de

Plakat zur Veranstaltung

Mittwoch, 18. Juni 2014

Öffentlichkeit 

& unsere Radiosendungen

im Überblick

Wir sind sehr nachlässig, was die Aktualisierungen dieses Blogs betrifft. Früher haben wir auf lokaler Ebene Öffentlichkeit geschaffen in den Zeitschriften „Kölner Volksblatt“ (ab 1982), „Knastinfo Köln“, „Netzknoten“, „von unge“, nachfolgend „kumm erus“, „Unbequeme Nachrichten“. Immer wollten wir damit auch und besonders aktive Gefangene erreichen. In den Anfangsjahren unserer Gruppe war noch kein Internet verbreitet. Da war es sowieso notwendig, Nachrichten auf Papier zu verbreiten.

Oder durch das Radio. Mit der Bewilligung privatwirtschaftlicher Sender wurde in NRW die Auflage verbunden, Gruppen aus der Bevölkerung eine Plattform zu bieten im sogenannten „Bürgerfunk“. Eine Nische bloß, die mit der Zeit zwar immer enger wurde, trotzdem noch besteht. In Köln ist das bei Radio Köln der Fall. Schon relativ zu Beginn dieser Multiplikationsmöglichkeiten – als noch auf Tonband und nicht digital produziert wurde – beteiligten wir uns in der Radiowerkstatt „Freier Lokalrundfunk Köln“ (FloK) daran. Da wir keinen regelmäßigen Sendeplatz hatten, konnten wir einen solchen auch nicht lokal Gefangenen mitteilen. (Weiter entfernte hätten uns ja sowieso nicht empfangen können.) Auch aus der Kölner Bevölkerung kamen keine Reaktionen. Wir hatten das Gefühl kaum gehört zu werden. Deshalb schlief unsere Radioinitiative nach einiger Zeit ein.

Erst nachdem wir die Zeitungen „kumm erus“ und „Unbequeme Nachrichten“ aus finanziellen und organisatorischen Gründen nicht mehr herausgeben konnten, besannen wir uns darauf, wieder Radiosendungen zu machen und auch außerhalb der Website jener Zeitschriften im Internet wenigstens mit diesem Blog und einer Radioseite (http://akpradio.podspot.de) aufzutreten. Wobei uns klar ist, dass wir mit Internetauftritten keine Gefangenen erreichen können, weil Gefangene in der Regel keinen Internetzugang haben. Aber trotz weitreichendem Desinteresse am Thema Knast bei Menschen, die nicht unmittelbar davon betroffen sind, hoffen wir doch einige wenige zu erreichen, um der Stimmungsmache gegen Gefangene und der Propagierung des Strafsystems etwas entgegen setzen zu können.

Vereinzelt haben wir hier im Blog schon auf die Radioseite hingewiesen. Mit der nachfolgenden Zusammenstellung der Sendungen der neueren Serie, die wir als noch greifbar ins Netz stellen konnten – (es sind nicht alle, die erstellt und ausgestrahlt wurden), wollen wir versuchen unseren Inhalten tendenziell gewogene Leser/innen dieses Blog neugierig zu machen auf unsere Radiobeiträge. Ein uns von der Radiowerkstatt FloK inzwischen zugestandene regelmäßige Sendetermin (erster Samstag im Monat, 21.30 Uhr)veranlasst uns dort zu monatlichen Veröffentlichungen, während wir auf Aktualisierung des Blogs, wie oben zugegeben, oft lange warten lassen. Da es sich bei unseren Themen meist um grundsätzliche Knaststrukturen handelt und sich leider, leider an diesen Strukturen nicht viel ändert, sind auch die älteren Sendungen in ihren Hauptaspekten noch aktuell. Die kurzen Ankündigungen der jeweiligen Sendungen erscheinen auf http://akpradio.podspot.de als Vorspann. Davon ausgehend können die akustischen Beiträge aufgerufen werden.

Autonomes Knastprojekt

Informationen, Rede-Radiobeiträge, Aufrufe und Nachrichten aus der Bewegung gegen Knäste - innerhalb und außerhalb der Mauern

Knastgewerkschaft in Tegel,

(Juni 2014) Studiogespräch mit einem Verdi-Mitglied zur in Gründung befindlichen Gefangenengewerkschaft, zum DGB und zu besondere Formen des Widerstands - dazu ein Hinweis zu einer entsprechenden Veranstaltung des "Autonomen Knastprojekts" im Juli. (siehe dazu auch den nachfolgenden Blogbeitrag):

Wohnraumkontrolle, Arbeitskontrolle und volle Knäste

(Mai 2014) Die rot-grüne Landesregierung in NRW ist - beispielgebend für andere Bundesländer - wieder mal maßgeblich an der Schaffung neuer Gesetze bzw. Verschärfung bestehender beteiligt.... nicht nur dass die Polizei jetzt noch einfacher in Häuser und Wohnungen kommt, um "Sozialmissbrauch" durch "Osteuropäer" festzustellen, sollen nun sogen. Kleinstdelikte nicht mehr mit Knastaufenthalten geahndet werden, dafür aber verschärft mit Arbeitszwang (die "Wohlfahrtsverbände" brauchen neue billige Arbeitskräfte) und schafft so Platz für andere Gefangene - damit die Knäste auch ausgelastet werden

Mindestlohn für Gefangene !?

(April 2014) (Lohn)arbeitende Gefangene sind auf dem Lohnniveau von "1-Euro-Jobbern" - und das ohne Renten- und Krankenversicherung. Es gibt schon ne Zeitlang Initiativen, die dies ändern wollen. Warum das nicht klappt und was wir eigentlich darüber hinaus noch fordern

Das "neue" Therapieunterbringungsgesetz

(Februar 2014) Zum Therapieunterbringungsgesetz, das wohl in absehbarer Zeit verabschiedet wird Medien-Dateien 140301_B.mp3 (mp3 File, 22.7 MB)

Nachlese zur Silvesterdemo in Köln-Ossendorf, Dezember 2013

(Januar 2014) Warum wir die Demo abbrechen mussten und was wir beim nächsten Mal auch weiterhin machen werden.
Medien-Dateien AKP.mp3 (mp3 File, 19.4 MB)

Grussbotschaft zur Anti-Knast-Demo 2013

(Januar 2014) Grueße aus der SV Freibrug von Thomas Meyer-Falk, vorgetragen von Uwe Neubauer bei der Anti-Knast-Demo 2013 in Koeln.
Medien-Dateien thomas.mp3 (mp3 File, 2.5 MB)

Anti-Knasttage und Silvesterdemo 2013

(Dezember 2013) Im November fanden in Bielefeld die diesjährigen Anti-Knasttage statt. Bix vom AKP berichtet von einigen Workshops und am Ende gibt es einen Aufruf zur Silvesterdemo 2013 vor dem Knast Ossendorf.
Medien-Dateien 131207_B.mp3 (mp3 File, 23.2 MB)

Von der Schule in den Knast
(Oktober 2013) Interview mit einer Aktivistin aus Oakland zum gegenwärtigen Knastkampf in den kalifornischen Gefängnissen, der differenzierten Arbeit mit den NGO`s und der besonderen Situation der Transsexuellen im Knast - mit interessanten Hinweisen für die deutsche "Anti"Knastbewegung

Knastrevolten, Teil 1

(Oktober 2013) Das Jahr 1990 war in den deutschen Gefängnissen ein Jahr der Revolten. Bei dem ersten nationalen Rausch hofften viele Gefangene auf die eigentlich übliche Amnestie. Die Enttäuschung schlug schnell um und verstärkt durch die schon vorhandenen Knastbedingungen ereigneten sich in mehreren Knästen Dachbesteigungen, Streiks, passiver Widerstand u.ä.
Im ersten Teil gibt Gerd vom AKP einen Überblick

Stimme abgeben oder erheben?

(September 2013) Zum Thema Bundestagswahlen koennen wir Gefangenen, die auch weiterhin das "aktive Wahlrecht" haben, trotzdem raten ihre Stimme zu behalten. Sind doch fast alle Parteien darauf aus, die schon Inhaftierten noch länger und am besten für immer drin zu lassen. Wir empfehlen da lieber - wie auch anderswo - die Selbstorganisation und verweisen wieder gerne auf den „Entwurf einer Magna Charta für alle Internierten in Gefängnissen, psychiatrischen Anstalten, Fürsorge- und Erziehungsheimen“.

"Kreative Antirepression" und geplante Lesung

(Juli 2013) Im monatlichen "Antiknastradio" plädieren wir für das (noch) illegale Containern und ähnliche wichtige Handlungen und entdecken Alternativen,um sich mit der hiesigen Justiz auseinanderzusetzen. Wir reden darüber, was eher "kriminell" erscheint (das Vernichten von Lebensmittel, obwohl andere sie brauchen) und planen eine Lesung zu Thomas Meyer Falk

Containern und Justiz

(Juli 2013) Originalton Collage zum Containern-Prozess in Aachen. Die Musik kommt aus Brasilien "Ich zahle nicht für die Strassenbahn (Bus), weil ich kein Geld habe. Haben Sie eine Unterkunft mit Türen und Fenster, so senden sie mir etwas Licht" und wird bei den Protesten gegen die (auch) Fahrpreiserhöhungen in Sao Paulo gespielt. Die Aufnahmen haben leider - vor allem zum Ende hin - verschiedene Lautstärken, die wir im Nachhinein nicht immer zufriedenstellend korrigieren können.

Antiknastcafé

(Juni 2013) Ein Beitrag zum geplanten "Antiknastcafé" in Köln - einem monatlichen öffentlichen Treff mit Kaffee oder Tee(und Mate-Limo) rund um das Thema "Knast" - jeweils letzten Sonntag im Monat

Arbeit als Strafe

(Mai 2013) Lohnarbeit als fremdbestimmte Tätigkeit ist Arbeitszwang, hilft den Reichen und macht uns krank und alt - aber wir haben draußen Alternativen (Aneignung oder selbstbestimmte Tätigkeiten). Anders im Knast. Ein neuer (Gesetzes-)Vorstoß in NRW nun will Leute, die ihre "Geldstrafe" nicht abdrücken wollen (oder können) zur Arbeit zwingen -- über dies und anderes der folgende Beitrag.

Knast und Psychiatrie

(29. März 2013) Über zwei Radiosendungen ist das Thema "Psychiatrie" als "totale Institution" zumindest einige tage lang Gesprächtsthema. Wir erinnern in unserem Beitrag an die Zeit der Kämpfe gegen die Psychiatrie und heben speziell die Psychiatrie in Marsberg hervor, die eine der ersten in der Praxis des "Euthanisie"-Programmes war. Nach dem Nationalsozialismus ab den 50er Jahren wurden körperliche und sexuelle Gewalt anstelle der Todesspritze in der "Behandlung" eingesetzt.

Schnitzeljagd und Dauerthema

(Februar 2013) In der Sendung empfehlen wir, sich nicht erwischen zu lassen - und sei es nur in der Lebensmittelabteilung, stellen NRW wieder mal in Sachen Sicherungsverwahrung vor und lassen vorlesen. Die Musik bzw. die ersten beiden Texte sind aus der CD "Hommage an einen deutschen Anarchisten"

Transparentaktion zu T.M.F. und ne Lesung

(Januar 2013) Diese Sendung ist dem Widerstand systemkritischer Gefangener zugewandt. Wir berichten über die geplante Transparentaktion "Thomas Meyer Falk muss raus" und kündigen eine Lesung an zu seinem Buch "Nachrichten aus dem Strafvollzug". Etwas Widerstands-Literatur gibts auch schon hier. Wir sprechen über die Neuauflage von "Vogelperspektiven" von Thomas Braven.
Medien-Dateien 130202_B.mp3 (mp3 File, 48.3 MB)"

Asoziale, Lumpen und alle die anderen"

(Dezember 2012) Zum sogenannten Asozialen" Erlass: Vor 75 Jahren (14.Dezember 1937) erließ das Innenministerium der NSDAP einen Erlass, der es der Gestapo ermöglichte, zuerst "Arbeitsscheue" und im Laufe des nächsten Jahres alle jene in die Knäste und KZ`s zu bringen, die nicht in die Ideologie der Nazis passten - bei der Aktion "Arbeitsscheu Reich" wurden u.a. Obdachlose, Nörgler*innen, Denunziantenopfer, Anarchist*innen und lesbische Frauen als "Asoziale" mit einem schwarzen Winkel versehen. Darüber und die fast übergangslose Stigmatisierung und das Wegsperren dieser Menschen haben wir eine Schwerpunktsendung gemacht. Anschließend gibts noch zwei Gedichte gegen den Knast

"Go in" im " Werkstatt Theater"

(Dezember 2012) "Hörens" (Hör mal) ist eine wöchentliche Magazinsendung beim "Freien Lokalrundfunk Köln. - Darin gab es ein Interview mit dem "Autonomen Knastprojekt" über das "Go in" bei einer Theatervorstellung zum Thema "Sicherungsverwahrung" - mit Originalton(achtet vor allem auf den Schluss)

Solidarität muss vermittelbar sein !

(Dezember 2012) Interview mit Samir über den Knast in Köln-Ossendorf, Silvesterkundgebungen und wo es hakt an der Solidarität

Zensur (nicht) nur im Knast

(November 2012) In den Knast gelangen nicht alle Briefe und Zeitungen. Vorab wird entschieden, was dem "Knastfrieden" nutzt bzw. der radikalen "Weiterbildung" der Gefangenen im Sinne der Knastverwaltung schaden könnte, "draußen" kommt vieles erst gar nicht in Briefe, Artikel oder öffentliche Medien - wem das wieder nutzt, sagt der Beitrag

Absitzen oder Abdrücken?

(Oktober 2012) Diskussion zur "Ersatzfreiheitsstrafe" bei den Antiknasttagen 2012 in Dresden
Die Ersatzfreiheitsstrafe hat sich zu einer der Hauptstrafarten entwickelt, Expert*innen gehen davon aus, dass sich übers Jahr verteilt ca. 40 000 Menschen deshalb im Knast sind. Sehr selten sind es linke Aktivist*innen. Wird eine(r) von Letzteren zu so einer Strafe verurteilt, greift in der Regel das "Solisaufen für ..". Damit wird aber u.E. das System der Bestrafung akzeptiert, unterstützt und gefestigt.
Es wird denen, die die Strafe aussprechen, die Sanktionsgewalt zugesprochen. Für den Staat ist es so auch billiger - die Einkerkerung - egal wie lange- ist kostenintensiver. Ein erheblicher Teil der abgedrückten Knete fließt in die Kosten von Polizei und Justiz. Darüber und einiges mehr wollten wir bei den "Antiknasttagen" reden - hier nun ein kleiner Ausschnitt der sehr engagiert verlaufenen Diskussion.

Die einen brechen aus, die anderen bezahlen die Reparatur der Gitter

(September 2012) In dieser Aufnahme gibt es ein Schimpflied mit der Passage "Scheiss Vatikan, Scheiss Taliban" das bei der neabsichtigten Erstausstrahlung aus der vorangehenden Sendung von Radio Koeln rausgenommen wurde. Begründung: Jugendschutz, weil die Sendung vor 22 Uhr gesendet wurde. Wir lassen diese Zensur nicht unerwähnt. Ansonsten gibt es was Grundsätzliches u.a. zum Trend in den deutschen Linken, Geldstrafen brav zu bezahlen bzw. sich freikaufen zu lassen nach dem Motto: die einen brechen aus, die anderen bezahlen die Reparatur der Gitter.

Strafe muss sein?

(Juni 2012) Grundsätzliches zur Strafe, Strafe als Propaganda, Strafe als Herrschaftssicherung (siehe auch Texte von Clara Wichmann)

Bürger*innen und Nazis mit Mordgelüsten

(Juni 2012) Übernahme einer Sendung der "Freien Radios" zur Situation im Ort "Insel". Kundgebungen und Gewaltandrohungen gegen aus der Sicherungsverwahrung Entlassene.

Jahrelanger Knast für ARGE-Teppich "ankokeln"

(April 2012) Nach 6-monatiger U-Haft und drei Prozesstagen wurde am 20. März 2012 im Wuppertaler Landgericht das Urteil gegen Holger W. verkündet. Während der Verhandlung wurden mehr als 20 Zeug_innen vernommen. Es sollte geklärt werden, ob W. "schuldig" ist, ob er in Wuppertal "das Jobcenter an der Uellendahlerstraße in Brand gesteckt hat" und ob er für die (angeblichen) 10.000 Euro Sachschaden aufkommen müsse. Was im einzelnen wirklich geschah, erzählt Lutz in diesem Interview.

Abblende und Gedenktag

(Dezember 2011) Zum einen eine kurze Abblende zu den Antiknasttagen im Oktober, dann ne Voraussicht zu den traditionellen Silvesterdemos und eine Einführung in das Thema "Forensik" - dazu Musik aus der Bretagne, aus Chile und Griechenland

Sendung vom 5.10.2011: Themengemisch

(ins Netz gestellt am 2. Dezember 2011) Vorrede zu den "Antiknasttagen 2011" in koeln, sexualisierte Gewalt und die "Todesstrafen-"Kampagne des "gesunden Volksempfindens"

Todesstrafe, sexualisierte Gewalt und all der Scheiß …

(August 2011) In letzter Zeit treten "autonome Nationalisten" verschärft auf Kundgebungen mit der Forderung "Todesstrafe für Sexualtäter " oder " Kinderschänder" auf. Ein stark gefühlsbelastetes Thema mit breiter Wirkung. Eine eher blass - weil nicht direkt – agierende Antifa. Im Endeffekt verirren sich die Nazis mit ihren 10-12 Leuten bei solchen öffentlichen Treffen. Aber im Alltag ist das Thema weiterhin präsent und wird auch gern von bestimmten Medien und Politiker*innen eingesetzt. Hier eine Gegenrede, die noch weitergeführt werden muss

Bankräuber auf "Teufel komm raus" ..

(Juni 2011) Wieder und weiter das Thema Sicherungsverwahrung
Medien-Dateien WGakp1106_SV.mp3 (mp3 File, 24.3 MB)

Gewalt gegen Wohnungslose und was wir tun können

(April 2011) Im ersten Moment und in vielen Augenblicken des Alltags erscheint eine (Gegen-)Gewalt als das einzig richtige. Klärt einige Zeit die Situation und räumt den Magen auf. Mal abgesehen davon, dass wir nun Angst und weitere Gewalt produzieren, ändert sich die Situation für die Beteiligten überhaupt nicht ... Alternative Konfliktlösungen - wie im Beitrag angesprochen - haben zwar keine "militante" Power, können aber durchaus in manchen Situationen sehr hilfreich sein. Ansonsten hilft eh nur die soziale Revolution, klar.

Sucht und Knast

(März 2011) Ein wenig beachtetes Thema: Die Mehrzahl der Gefangenen in deutschen Knästen ist suchtkrank. 

Sicherungsverwahrung
(September 2010 ) Weiter mit der Debatte über "Sicherungsverwahrung" - aus technischen Gründen kann hier die Musik nur angespielt werden.

§ 129-Prozess in Duesseldorf + Sicherungsverwahrung

Katrin schildert ihre Beobachtungen zu einem Prozess gegen türkische Genossen*innen, der seit geraumer Zeit in Düsseldorf stattfindet. Danach Auseinandersetzung mit der Sicherungsverwahrung.

Sicherungsverwahrung und Fußfessel - aus Disziplin wird Kontrolle
(August 2010) Ein Gespräch mit Gerd vom "Autonomen Knastprojekt" mit dem Hamburger FSK.
Den Beitrag haben wir übernommen. Vielen Dank!

Geschäfte mit dem Knast

(Juni 2010) In den USA sind Privatknäste an der Börse handelbar - wie jede andere größere Firma. Was das für die Gefangenen bedeutet, schildert dieser Beitrag von Radio RaBe aus der Schweiz. (s.a. Sendung des AKP zu Privatknästen in Deutschland)

Kundgebung gegen Privatknast und anderes Ungetüm

(Juni 2010) Informationen u.a. zur Antiknastkundgebung in Koeln zum 19.Juni 2010
und was das mit dem 2.Juni zu tun hat

Interview mit einem Antiknastaktivisten

(Mai 2010) Interview mit Gerd, einem Ex-Gefangenen und Aktivisten des "Autonomen Knastprojektes" über seine Haftzeit,den verschiedenen Formen des Widerstandes und der Solidarität.

Hungerstreiks in Italien und Griechenland

(Juli 2009) Remake der ersten Audiodatei vom "Autonomen Knastprojekt" vom Dezember 08 über Knastkämpfe.

Prozess gegen Aktion "Zahltag"

(Juni 2009) Am 15.Juni 2009 fand vor dem Amtsgericht Koeln ein Prozess gegen Aktivisten der Aktion "Zahltag" statt. Warum die Auseinandersetzung im Gericht und nicht in der ARGE stattfand und welche Hintergründe das alles hat, erläutert einer der Aktivisten vor dem Mikro. Einige Aufnahmen wurden unter schwierigen Bedingungen gemacht, darauf hatten wir keinen Einfluss und tragen in dem Fall auch nicht die Verantwortung.